Die Dorfbrunnen

Unterdorfbrunnen

Bis zur Inbetriebnahme der genossenschaftlichen Wasserversorgung mussten sich die Bewohner an den Dorfbrunnen mit Wasser für Mensch und Vieh versorgen. In den ersten Protokollen ist von drei Dorfbrunnen die Rede, später nur noch von deren zwei. Wo sich der dritte befand, kann heute nicht mehr mit Sicherheit festgestellt werden. Weil diese Brunnen ihr Wasser aus separaten, vom Netz unabhängigen Quellen bezogen, dienten sich auch weiterhin als Lückenbüsser, wenn bei extremer Trockenheit die Versorgung aus dem Netz ungenügend war. Der Zustand des Unterdorfbrunnens gab immer wieder Anlass zu Reklamationen wegen schlechter Quellfassung und daher "bei Trockenheit äusserst spärlicher Wassermenge". Zudem wurde. "…die starke Vereisung von Fundament und Brunnenplatz" beanstandet. Wiederholt wurden einige Verbesserungen vorgenommen (neuer Brunnenstock, Korrekturen an der Brunnenstube, neuer Trog). Diesen Massnahmen war allerdings kein grosser Erfolg beschieden. An der Jahresversammlung 1946 wurde ernsthaft diskutiert, ob ein dritter Dorfbrunnen nördlich der Gemeindestrasse auf dm Grundstück der Familie Streule (heute Familie Rusch) oder demjenigen der Familie Wenk (heute Familie Näf) erstellte werden sollte. Weil aber dieser Brunnen das Wasser aus der gleichen Quellen hätte beziehen müssen und die Wassermenge klein gewesen wäre, um einen weiteren Brunnen zu speisen, wurde der Plan wieder fallengelassen. Im Zusammenhang mit dem Bau der Schmutzwasserkanalisation im Jahre 1979 bot sich dann Gelegenheit, die Zuleitung von der Brunnenstube bis zum Brunnen fachmännisch zu erneuern. Und im November 1994 übernahm, auf Grund einer Vereinbarung mit der politischen Gemeinde, diese die Anschaffung eines neuen, sehr schönen Brunnens. Daraufhin liess Familie Martig den Platz von dem Brunnen pflästern und mit einem Trottoir die Verbindung zwischen Gemeindestrasse und Brunnenplatz herstellen. Um die Strasse zum Brunnen in gutem Zustand zu erhalten, baute Werner Heusser anschliessend die Querrinne ein. So ist heute dank der Zusammenarbeit von Genossenschaft und Gemeinde sowie dem Beitrag der genannten Personen eine solide Lösung zustandegekommen und das Dorfbild wesentlich verschönert worden.

Oberdorfbrunnen

Es ist nicht bekannt, seit wann der Brunnen beim Restaurant Frohsinn schon besteht. Sicher ist aber, dass er schon lange vor der Genossenschaftsgründung eine für die Dorfbewohner lebenswichtige Aufgabe zu erfüllen hatte. Laut Protokoll der WVGS vom 27. Februar 1930 existierten zwei getrennte Körperschaften, die für den Unterhalt der zwei Dorfbrunnen zuständig waren. Der Oberdorfbrunnen trägt die Jahreszahl 1911. Im Hinblick auf die Sanierung des direkt daneben gelegenen defekten Feuerwehrweihers (im Jahre 1912 ausgegraben und überdeckt) wurde der damalige Holztrog durch den heutigen betonierten ersetzt. Der Überlauf des Brunnens hatte (wie auch heute noch) den zu jener Zeit noch offenen Weiher zu speisen. Es ist nicht mehr festzustellen, wer damals für die Finanzierung des neuen Brunnentroges aufkam, aber es ist sehr wohl möglich, dass, obwohl weder im Kassabuch noch im Protokoll extra aufgeführt, diese Aufwendungen in der Abrechnung der Feuerwehrweihersanierung enthalten sind.

Allerdi

ngs gingen die beiden Dorfbrunnen erst im Jahre 1930 durch Versammlungsbeschluss ins Eigentum der Wasserversorgungs-Genossenschaft über.

Wenn bei grosser Trockenheit die Wasserabgabe zu gewissen Stunden gesperrt werden musste, war die Existenz des oberen Brunnens von grosser Bedeutung.

So schreibt de Aktuar im Jahr 1947: " … Demzufolge musste das Wasser für den Haushalt vom oberen Dorfbrunnen bezogen werden, da derjenige um Unterdorf gänzlich eingetrocknet war. Von morgens früh bis in die Nacht hinein war der Brunnen mit Kesseln und Kannen besetzt, so dass das noch sehr spärlich fliessende Wasser von zirka einen halben Minutenliter tagsüber fas vollständig ab der Röhre genommen wurde.

Das Wasser für Vieh und Stall musste aus dem Bach in der Talschaft aufgestellten Brunnentrog, gespiesen mit dem für das Pumpwerk vorgesehenen Wasser, bezogen werden.

Seit der Erstellung des Pumpwerks in der Hofwiese trat eine derartige Situation nicht mehr ein. Es entstand jedoch noch hie und da etwas Wasserknappheit. Dank der beiden Quellfassungen anfangs der Achtzigerjahre war die Versorgung gewährleistet. Nun dienen die Dorfbrunnen als Reserve für den Katastrophenfall. Heute aber ist es ihre Hauptaufgabe, das Dorf zu verschönern.

Weil es nicht sicher war, ob im Falle einer späteren Strassensanierung der Brunnen möglicherweise an einen anderen Standort versetzt werden müsste, liess die Kommission der WVGS schon vor Jahren vorsorglich eine Abklärung der Situation durch einen Experten durchführen. Resultat: Auf jeden Fall müsse der Brunnen als Zeuge früherer Zeiten so erhalten bleiben. Wie heute festzustellen ist, konnte bei der Strassensanierung durch die Gemeinde 1996 / 97 der Brunnen an der gleichen Stelle belassen und der Platz davor vorzüglich gestaltet werden.

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